Wo kommt das Bier eigentlich her ?
Bier gibt es schon seitdem die Menschen denken, denn bereits in den ersten Kulturen wurde Bier gebraut. Die ersten Nachweise kommen aus dem mesopotamischen Raum und das Bier trat im Anschluss im Laufe der Zeit den Siegeszug über die gesamte Welt an. Im Mittelalter war es wegen seines hohen Kaloriengehaltes sogar eine wichtige Ergänzung der täglichen meisten sehr kargen Nahrung. In Deutschland darf Bier heute nur nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut werden und darf also nur Wasser, Hopfen und Malz enthalten.
Die Sumerer kannten schon um ca. 4000 vor Christus ein Gebräu, das aus Getreide hergestellt wurde. Bei den Ägyptern und Babyloniern gab es sogar schon die ersten Gesetze wie viel Steuer für ein Bier bezahlt werden muss. Bei den Römern hingegen, war das Bier nicht allzu beliebt, da es für ihren Geschmack ungenießbar war. Bis zur ersten Jahrtausendwende wurde das Brauen von Bier fast ausschließlich von Frauen vorgenommen. Erst durch die Mönche, die auf die Idee kamen flüssiges Brot für die Fastenzeit herzustellen, wurden die Frauen vom Bier brauen verdrängt.
Bier ist aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken und ein Bestandteil eines jeden geselligen Zusammenseins. Man könnte sich Bayern ohne Biergärten und ohne Oktoberfest gar nicht vorstellen, denn diese würde es wohl ohne Bier auch nicht geben. In den Biergärten trifft man sich gerne an lauen Sommerabenden und unterhält sich stimmungsvoll mit seinen Freunden. Die Oktoberfeste in Bayern haben eine lange Tradition und waren auch in früheren Jahrhunderten keine Seltenheit. Die Oktoberfeste wurden von den Brauereien deshalb veranstaltet, damit das eingelagerte Märzenbier vor Beginn der neuen Brausaison aufgebraucht wurde. Heute wird von den Münchner Brauerein ein eigenes Oktoberfestbier hergestellt, das mehr Stammwürze und damit auch mehr Alkohol enthält. Das Oktoberfest in München wurde im Jubiläumsjahr 2010 (200 Jahre Münchner Wiesn) von 6,4 Millionen Menschen besucht. Im letzten Jahr wurden dabei von den Besuchern unvorstellbare 6,6 Millionen Maß Bier, das sind 6,6 Millionen Liter Bier, getrunken. Doch wie wird das Bier eigentlich hergestellt?
Die Bierstellung besteht aus sehr vielen Schritten, damit der optimale Geschmack und die Qualität entsteht. Beim Brauvorgang werden Wasser, Malz und Hopfen vermischt und durch die zugesetzte Hefe biochemisch verändert. Aus dem Getreide, meistens Gerste, wird Malz hergestellt. Dabei werden die Gerstenkörner zum keimen gebracht und in mehreren Phasen, die mehrere Wochen dauern, zum Malz umgewandelt. Das Malz muss anschließend in der Schrot- oder Hammermühle zerkleinert (=geschrotet) werden, damit sich die im Malz enthaltenen Stoffe im späteren Brauwasser leichter lösen können. Der eigentliche Prozess des Brauens beginnt erst beim anschließenden Maischen. Dieser Schritt beim Bier brauen ist für den späteren Geschmack des Bieres besonders wichtig. Hier wird das Wasser auf ungefähr 60 Grad Celsius erhitzt und das vorher geschrotete Malz wird beigemengt. Anschließend wird die so entstandene Maische auf 75 Grad Celsius erwärmt und muss dabei ständig gerührt werden. Anschließend wird die Maische wieder abgekühlt und bei verschiedenen Temperaturen, bei denen das Bier rastet, werden von den Enzymen Stärke aus dem Malz in Malzzucker umgewandelt. Die folgende Iodprobe soll sicherstellen, dass die gelöste Stärke vollständig verzuckert ist. Im nächsten Schritt wird der Malztreber von der Würze getrennt. Die Würze wird dann mit dem Hopfen in der Kochpfanne gekocht. Beim Ausschlagen kommt es zur Trennung vom geronnen Eiweiß und anderen Schwebstoffen von der Ausschlagwürze. Die überbleibende Würze wird dann mit einem Kühler auf die optimale Gärtemperatur gebracht und je nach Biersorte, die gebraut werden soll, die passende Kultur aus Hefe zugesetzt. Bei der Gärung wird der in der Würze gelöste Zucker zu Alkohol und CO2 umgewandelt. Nach der Hauptgärung muss das so entstandene Jungbier noch vier bis sechs Wochen nachgären und lagern. Nach der letzten Filterung steht der Abfüllung des Bieres nichts mehr im Wege und das kühle Blonde kann genossen werden. Prost!